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11.08.2007 - Redaktion handball-world.com
Lemgo und Großwallstadt im Finale des INTERSPORT Masters

Grzegorz Tkaczyk setzt sich gegen Sebastian Preiß durch
Foto: sportseye.de
Hatte sich der TBV Lemgo bereits nach dem zweiten Gruppenspiel für das Finale qualifiziert, musste der TV Großwallstadt bis dahin sogar noch das Gruppenspiel zwischen Balingen und Flensburg/Handewitt abwarten. In den letzten Gruppenspielen des INTERSPORT Masters wurden auch die weiteren Tickets für die morgigen Platzierungsspiele vergeben. Das kleine Finale werden die HSG Nordhorn und Frisch Auf! Göppingen bestreiten, im Spiel um Platz 5 treffen TUSEM Essen und die SG Flensburg/Handewitt aufeinander. Der SCM Magdeburg und die HBW Balingen/Weilstetten bestreiten als Gruppenletzte das Spiel um Platz 7. Für den morgigen Nachmittag hat auch Bundestrainer Heiner Brand seinen Besuch angekündigt um das Auftreten der anwesenden Nationalspieler zu beobachten. Zuhause beobachten können die Zuschauer die morgigen Spiele auch über HBL.tv, der Internetsender überträgt alle Platzierungsspiele ab 9:20 Uhr live.

Der TV Großwallstadt ging gegen die HSG Nordhorn wacher in die Partie und führte schnell 2:0, doch war dies mehr ein Weckruf für die HSG, die bisher ungeschlagen durch das Turnier ging. Plötzlich stand die Abwehr von Nordhorns Trainer Ola Lindgren sicherer und zwang den TV Großwallstadt fast schon zu technischen Fehlern. Immer wieder hatte ein Nordhorner eine Hand am Angriffsspiel des bayerischen Bundesligisten, so dass man den Rückstand schnell in einen zwei Tore Vorsprung drehte und diese Führung bis kurz vor der Halbzeit nicht mehr hergab. Allerdings fand auch das TVG-Team wieder besser ins Spiel und konnte die Kreisläufer mehrfach gut in Szene setzen, so dass sich die HSG Nordhorn nicht absetzen konnte. Durch einen Treffer von Anders Oechsler konnte der TVG in der 23. Minute sogar mit 14:15 in Führung ging. Diese Führung behielten die Mainfranken auch bis zum 15:16 Pausenstand bei.

Nach dem Seitenwechsel blieben die Vorteile zunächst auf Seiten der Großwallstädter, die sich, gestützt auf einen starken Marcus Rominger im Tor, auf bis zu 21:17 absetzen konnten. Nordhorns Coach Ola Lindgren zog die grüne Karte um seine Mannschaft neu einzustellen, was auch sofort Früchte zu tragen schien. Wie Pappfiguren ließ Holger Glandorf die Abwehrreihen des TVG stehen und verkürzte auf 18:21. Doch Großwallstadt ließ sich davon nicht beeindrucken und stellte den alten Abstand durch einen klug Regie führenden Ondrej Zdrahala wieder her, baute diesen sogar noch weiter aus. Zehn Minuten vor Schluss führte der TVG sogar mit 28:21, erst dann gelang Holger Glandorf nach sieben Minuten wieder ein Tor für Nordhorn. Das Spiel war jedoch bereits entschieden, am Anfang gewann der TVG 34:27 und hielt damit das Endergebnis der Gruppe A weiter offen.

Im letzten Spiel der Gruppe A ging es für die SG Flensburg/Handewitt darum mit einem Sieg ein versöhnlichen Abschluss der Gruppenspiele zu finden. Balingen hatte dagegen sogar noch die Chance mit einem torreichen Sieg den Gruppensieg zu erlangen. Zunächst konnte der HBW sein Konzept mit Toren über die schnelle Mitte durchsetzen, Lobedank markierte nach einem Zuckerpass des weitgehend gut agierenden Daniel Brack per Gegenstoß den 1:3-Führungstreffer. Trotz des teils harten Einsteigens der Flensburger im Angriff blieben die Balinger Herr der Lage. Mit einem veritablen Lattenkracher erhöhte Cho nach zehn Minuten beim 3:7 erstmals auf vier Tore, bis zum 10:7 blieben die Schwaben deutlich in Front. Doch Flensburg kämpfte sich wieder heran und hielt das Spiel offen. Zwar behielt Daniel Brack zunächst kühlen Kopf, bediente Jens Bürkle sehenswerkt am Kreis und war auch beim Treffer zum 10:12 wieder beteiligt. Doch Flensburg blieb zäh, während sich Balingen jetzt technische Fehler erlaubte. Beim 14:14 konnte Flensburg dann erstmals wieder ausgleichen, dennoch rettete die HBW eine 15:14-Führung in die Pause.

Zunächst behielt Balingen die Führung, musste aber beim 18:18 (32.) per Konter wieder das Unentschieden hinnehmen und geriet kurz darauf durch Knudsen erstmals in Rückstand. Nur Flensburger Wurfpech war es nun geschuldet, dass Balingen den Boden unter den Füßen zunächst nicht verlor. Doch das Eis blieb auch unter der Regie von Stevic dünn, und Flensburg wurde mit unausgegorenen Pässen und Würfen starkgespielt. Alexander Petersson etablierte beim 25:23 (41.) erstmals eine knappe Führung für die SG und Beutler parierte einen Strafwurf von Cho. Der HBW lief in der Schlussphase einem Drei-Tore-Rückstand hinterher, der nochmals auf ein Tor reduziert werden konnte. In den letzten Minuten spielte dann allerdings nur noch die Routine eine Rolle und Flensburg sicherte sich den 32:29-Sieg. Aufgrund des direkten Vergleichs gewinnt dadurch der TV Großwallstadt die Gruppe vor der HSG Nordhorn, ebenfalls aufgrund des direkten landete die SG Flensburg/Handewitt am Ende auf dem dritten Platz vor der HBW Balingen/Weilstetten.

Göppingen gewinnt das „Endspiel“ um Platz 2 der Gruppe B gegen Essen

Für den Ausgang der Gruppe B war der Ausgang des Spiels Lemgo gegen Magdeburg unerheblich. Lemgo stand bereits vorher als Gruppenerster, Magdeburg als Gruppenletzter fest. Die Mannschaften haben sich dann auch entsprechend zurück genommen, nach knapp 3 Minuten war es Michael Hegemann, der den ersten Treffer der Partie per 7m erzielte. Keine der beiden Mannschaften schaffte es zunächst sich ab zusetzten, so dass nach 10 Minuten beim Stand von 5:5 alles offen war. Nach einem technischen Fehler von Vasilakis war es dann Lasse Boesen, der in der 16. Spielminute den TBV das erste Mal mit 2 Toren in Führung brachte. SCM-Trainer Bogdan Wenta reagierte und nahm eine Auszeit. Doch seine Männer wirkten einmal mehr überhastet und vertändelten immer wieder den Ball im Angriff. Allein Silvio Heinevetter war es zu verdanken, dass der TBV Lemgo seinen Vorsprung zunächst nicht weiter ausbauen konnte. Nach einer doppelten Zeitstrafe gegen den Lemgoer Jörg Lützelberger musste der TBV die letzten 4 Minuten der ersten Hälfte in Unterzahl agieren, und Magdeburg glich bis zum Pausenstand von 13:13 wieder aus.

Direkt nach der Pause scheiterte Sven-Sören Christophersen erneut an Silvio Heinevetter und Grzegorz Tkaczyk brachte den SCM seit langer Zeit erstmals wieder in Führung. Bartosz Jurecki brachte den SCM erstmals mit 2 Toren in Führung, bevor erneut Tkaczyk mit einem schönen Dreher auf drei Tore erhöhte. Einen besonderen Applaus auf Seiten des TBV Lemgo erntete der ehemalige Bittenfelder Jens Bechtloff, der eine gute Partie zeigte, während Weltmeister Michael Kraus kaum Einsatzzeiten bekam. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Daniel Stephan eroberte sich der SCM die Führung wieder zurück. Die Magdeburger brachten den Vorsprung ins Ziel und gewannen mit 27:25. Den Gruppensieg von Lemgo und den eigenen Rang vier der Gruppe B konnte Magdeburg damit nicht mehr ändern.

Anders dagegen im zweiten Spiel der Gruppe B. Für Frisch Auf! Göppingen und den TUSEM Essen ging es um den zweiten Platz der Gruppe, wobei Göppingen allerdings ein Unentschieden reichte. Das relativ torarme Spiel begann recht zerfahren, wobei die Schwaben deutlich besser aus den Startlöchern kamen und schnell in Führung gingen. TUSEM Essen hatte stattdessen große Probleme eine Lücke in der Göppinger Abwehr zu finden, was auch daran lag, dass Exnationalspieler Mark Dragunski kaum am Kreis zum Einsatz kam und somit der Abwehrmittelblock von Göppingen nicht so stark gefordert wurde. Auch der sonst so torsichere Evars Klesniks auf Essener Seite fand immer wieder seinen Meister in Martin Galia, der seiner Mannschaft einen starken Rückhalt gab. Essen konnte zu keiner Zeit in Führung gehen und lief regelmäßig einem Rückstand hinterher, den das Team von Trainer Velimir Petkovic im Verlauf der ersten fünfundzwanzig Minuten auf bis zu vier Tore ausbaute, so dass es nach Ablauf der ersten Hälfte 11:7 stand.

Auch im zweiten Abschnitt änderte sich wenig am Spielverlauf. Göppingen diktierte das Spielgeschehen und vor allem der Abwehrblock um Dalibor Anusic und Manuel Späth brachte das Team von Trainer Jens Pfänder schier um den Verstand. Minutenlang gelang den Essenern kein Treffer, da auch Michal Shejbal im Frisch Auf! Tor einen guten Tag erwischt hatte. In der insgesamt unspektakulären Partie setzte Sergio Ruiz Casanova in der 44. Minute den negativen Höhepunkt, in dem er völlig unnötig Nikola Manojlovic mit einem Griff an den Hals beim Torwurf zu stoppen versuchte, was ihm völlig berechtigt die rote Karte einbrachte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war das Spiel vollends entschieden, so dass Göppingens Trainer Velimir Petkovic neben dem achtzehnjährigen Kai Häfner, der über die volle Distanz eine gute Partie machte, auch Fabian Gutbrod Spielanteile im Rückraum gab. Frisch Auf! beschränkte sich darauf den Vorsprung, der mittlerweile konstant bei fünf Toren lag, zu verwalten und siegte am Ende verdient mit 21:15. Damit beendet Göppingen die Gruppe B als zweiter, Essen spielt als Dritter morgen um Platz 5.

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