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Mannschaften :: TBV Lemgo


TBV Lemgo 2010/11

Hintere Reihe von links: Jürgen Franke (Co-Trainer), Sebastian Schneider, Sebastian Preiß, Ferenc Ilyés, Nikolai Link, Sergo Datukashvili, Volker Mudrow (Trainer)
Mittlere Reihe von links: Roland Kessler (Vereinsarzt), Martin Strobel, Holger Glandorf, Martin Galia, Carsten Lichtlein, Rolf Hermann, Christoph Theuerkauf, Meinolf Krome (Fitness-Trainer)
Vordere Reihe von links: Bennet Risch (Physiotherapeut), Florian Kehrmann, Jens Bechtloff, Manuel Liniger, Avishay Smoler, Volker Broy (Vereinsarzt)

Erfolge

Deutscher Meister 1997, 2003
Deutscher Pokalsieger 1995, 1997, 2002
Europapokalsieger der Pokalsieger 1996
EHF-Pokalsieger 2006
Supercupgewinner 1997, 1999, 2002, 2003

Der Ballspielverein Lemgo wurde 1911 gegründet. Aber erst 1924 kam es zur Gründung einer Handballsparte. 1942 kam es zur Umbenennung in "Turn- und Ballspielverein Lemgo von 1911", was darin begründet ist, dass zu damaliger ZEit in Städten unter 20.000 Einwohnern nur ein Verein "zur Pflege der Leibesübungen" erlaubt ist, wie es in der Chronik des TBV Lemgo heißt. So vereinten sich die Turner und Sportler im TBV Lemgo.

Der Aufstieg des TBV Lemgo zu nationalem und internationalem Handball-Ruhm begann 1978, als man spektakulär die ostwestfälische Handball-Legende Herbert Lübking verpflichten konnte. Eigentlich sollte er die damalige Oberliga-Mannsschaft trainieren, griff jedoch in der Saison 1979/80 noch einmal selber zum Ball und führte den TBV in die Regionalliga, die allerdings nur eine Durchgangsstation war. Denn 1982 gelang der Aufstieg in die neugegründete 2. Bundesliga, doch war die erste Saison im Unterhaus bis zum letzten Spieltag eine Zitterpartie. Erst in Berlin bei den Füchsen gelang beim letzten Spiel von Herbert Lübking als Trainer der Klassenerhalt.

Auf Lübking folgte als Trainer der Postbote Horst Bredemeier, der den TBV in der zweiten Zweitliga-Saison bereits auf Platz 2 und damit in die Relegation führte. In einem wahren Krimi in zwei Akten gegen den TuS Griesheim gelang 1983 der Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Dass der TBV die Liga nicht nach nur einem Jahr wieder verlassen musste, lag an der "Affäre Klempel", der zum Zwangsabstieg des Traditionsklubs Frisch-Auf Göppingen führte. Eigentlich war Lemgo mit vier Punkten Rückstand drittletzter der Bundesliga geworden und somit auf einem Abstiegsplatz gelandet.

Auch das Folgejahr war vom Abstiegskampf geprägt, erst ein Auswärtssieg am letzten Saisonspiel bei der SG Flensburg/Handewitt sichert die Klasse. In den Folgejahren entwickelte sich LEmgo zu einer "grauen Maus" der Budnesliga und landete beständig auf Mittelfeldplätzen, ehe ende der 80er Jahre wieder das große Zittern begann. Gerade rechtzeitig konnte 1989 jedoch Lajos Mocsai - mit Ungarn 1986 Vizeweltmeister als Trainer verpflichtet werden, der den TBV fortan kontinuierlich in höhere Regionen führte.

Er führte den TBV 1990 in die erstmals durchgeführten PlayOffs und scheiterte erst im Halbfinale gegen den späteren Meister Großwallstadt. Zur Saison 1994/95 gelang die Verpflichtung des Schweizers Marc Baumgartner sowie des noch jungen Daniel Stephan, was Lemgo endgültig in die Spitze kapituliert. Platz drei in der Meisterschaft sowie der Pokalsieg 1995 (gegen Düsseldorf) sind die ersten Vorboten, in der Folgesaison kommt es zur ersten Teilnahme am Europapokal, die mit dem Pokalsieger-Titel nach zwei engen Finalspielen gegen TEKA Santander endet. In der Meisterschaft reicht es jedoch trotz eines Sieges beim THW Kiel nur zu Platz drei hinter Meister Kiel und Vize Flensburg.

Lajos Mocsai verabschiedete sich nach dem Europapokalsieg nach sieben Jahren vom TBV und machte Juri Schewzow Platz. Der schaffte auf Anhieb die ersehnte Meisterschaft, musste erst Mitte Dezember nach 22:0-Punkten in Folge die erste Niederlage hinnehmen (nach einem Wiederholungsspiel bei Wallau/MAssenheim) und wurde am Ende mit 12 Toren Vorsprung auf Flensburg überlegen Deutscher Meister mit dem TBV. Im gleichen JAhr konnte auch der DHB-Pokalsieg wiederholt werden, sodass der TBV Lemgo erstmals das Double gewann.

Der TBV hatte sich fortan in der Spitzengruppe der Liga etabliert, feierte noch zwei Vizemeisterschaften, doch ein weiterer Titel gelang Schewzow mit dem TBV nicht mehr. ALs der Weißrusse 2001 zu TuSEM Essen wechselte, folgte Zbigniew Tluczynski auf dem Trainerposten. Zwar gelang ihm mit seiner Mannschaft der DHB-Pokalsieg und Platz 3 in der Meisterschaft, doch aufgrund von Querelen mit der Mannschaft endete sein Engagement nach nur einem Jahr, was Daniel Stephan und Co den Titel "Die Untrainierbaren" einfuhr.

Manager Fynn Holpert bewies Mut und engagierte den jungen und unerfahrenen Volker Mudrow als neuen Trainer. Doch sein Einstand war sensationell: Er führte als erster Trainer die "Schnelle Mitte" konsequent ein und überrollte damit die gesamte Liga. Mit 62;6 Punkten gelang ihm mit dem TBV ein neuer Punkterekord und sicherte sich überlegen 2003 die zweite TBV-Meisterschaft. Es folgte 2006 in einem rein deutschen FInale gegen FA Göppingen der Triumpf im EHF-Pokal und ein Jahr das überraschende Ende von Volker Mudrow als Trainer.

Seit 2008 steht mit heristo ein potenter Sponsor hinter dem TBV, der zusammen mit Trainer Markus Baur den TBV wieder in die nationale und internationale Spitze hieven will. Zum Erfolg beitragen soll weiterhin das Konzept des TBV Deutschland mit zahlreichen deutschen Nationalspielern.

Allerdings stehen 2010 einige Ausländer neu im Kader der Lemgoer, so Manuel Liniger (Schweiz), Avishay Smoler (Israle) oder Sergo Datukashvili (Georgien). Mit einer größeren mannschaflichen Geschlossenheit will Trainer Volker Mudrow 2010/11 für frischen Wind sorgen und auch wieder mehr Fan-Nähe produzieren.

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