Hochkarätig besetztes Handballturnier
12. bis 14. August 2011

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FRISCH AUF! Göppingen

Der Verein wurde 1896 gegründet. Der Hauptverein hat ca. 2150 Mitglieder, davon ca. 450 in der Handballabteilung. Die Bundesligamannschaft wird seit 1993 von der FRISCH AUF! Management und Marketing GmbH geführt. Die erste Damenmannschaft des Vereins spielt seit inzwischen ebenfalls in der 1. Handball-Bundesliga Frauen, sie wird von einer eigenen GmbH geführt.

Frisch Auf Göppingen gewann bis 1972 elf Deutsche Meistertitel und zwei Europapokale. Doch das liegt schon lang zurück. Nach dem letzten Abstieg in die 2. Liga (1989) und langwieriger wirtschaftlicher Konsolidierung mit einer Spielgemeinschaft meldete sich das Team 2001 in der Bundesliga zurück. Anschließend folgte der kontinuierliche Aufstieg im Liga-Oberhaus, erste Höhepunkte waren die Teilnahmen an der Pokal-Endrunde (Final Four) in den Jahren 2003 und 2005.

2005 wurde zwischen Göppingen und der HSG Nordhorn ein Spiel um Platz 3 ausgetragen, das über die Teilnahme am Pokal der Pokalsieger entscheiden sollte, da sich beide Finalisten für die Champions League qualifizierten. Zwar unterlag Göppingen im Siebenmeterwerfen, kam aber doch noch zu einem Europapokalplatz im EHF-Pokal. Vom Titelgewinn des TuSEM Essen bei gleichzeitigem Lizenzentzug profitierte Göppingen und konnte erstmals seit mehr als 30 Jahren wieder europäisch spielen. Erst im Finale unterlag FAG in einem deutschen Duell dem TBV Lemgo. 2009 gelang erneut die Qualifikation für den EHF-Pokal, als Tabellen-Sechster profitierte Göppingen dieses Mal vom Gummersbacher Titelgewinn. Mögliche Titelträume wurden allerdings bereits im Viertelfinale durch die Kadetten Schaffhausen beendet.

Die mit Abstand erfolgreichste Saison seit dem Wiederaufstieg absolvierten die Schwaben in der Saison 2010/11. Nach dem frühen Europapokal-Aus im Vorjahr peilte man dieses Mal das Finale an, wollte auch in der Pokalendrunde vertreten sein, zudem hatte man sich für die Bundesliga das ambitionierte Ziel mit dem fünften oder sechsten Platz gegeben. Am Ende wurden alle Ziele mit Bravour erreicht, die Bundesliga mit dem fünften Tabellenplatz abgeschlossen. Besonders bemerkenswert war dabei der Auftaktsieg gegen den späteren Meister HSV Hamburg. Im nationalen Pokal erreichte man die Endrunde in Hamburg, scheiterte dort aber im Halbfinale am späteren Titelgewinner THW Kiel. Eine Siegesserie starteten die Göppinger im Europapokal, es ging gegen Alingsas, Skopje, Velenje und Logrono. Im Finale wurde dann in beiden Spielen der TV Grosswallstadt besiegt, so dass nach 39 Jahren wieder ein internationaler Titelgewinn bejubelt wurde.

Wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Handballs hatte Göppingen 1984. In der damaligen Amateursportart Handball löste Göppingen einen handfesten Skandal aus: Am 4.3.1984 veröffentlichte die "Bild am Sonntag" einen Vertrag des polnischen Nationalspielers Jerzy Klempel mit FA Göppingen, nach dem Klempel pro Jahr 100.000 DM netto plus Nebenleistungen von Göppingen erhielt. Das war ein klarer Verstoß gegen das damals noch geltende Amateurstatut. Nach mehreren Verfahren vor Sportgerichten und Zivilgerichten musste Göppingen schließlich den Zwangsabstieg in die 2. Liga akzeptieren.

Bekanntester Göppinger dürfte Bernhard Kempa sein, der als Trainer in den 1950er Jahren die Grün-Weißen zu mehreren Titelgewinnen führte. "Monsieur Handball" ist weit über Göppingen hinaus durch den von ihm erfundenen Kempa-Trick und der nach ihm benannten Teamsportmarke bekannt.

Erfolge:

Deutscher Meister Feld: 1954,1957
Deutscher Meister Halle: 1954, 1955, 1958, 1959, 1960, 1961, 1965, 1970, 1972
Europokal Landesmeister: 1960, 1962
EHF-Pokalsieger: 2011
Finale Europapokal Landesmeister: 1960
Finale EHF-Pokal: 2006
DHB-Pokalendrunde: 2003, 2005, 2011